Der Lebenslauf
Der Lebenslauf ist eines der wichtigsten Dokumente und Argumente, um sich
für oder gegen Sie zu entscheiden. Viele Personalentscheider sind sogar
der Meinung, die Analyse des Lebenslaufes stelle die entscheidende Weiche
für die Einladung zum Vorstellungsgespräch.
Grundsätzlich gibt es keine vorgeschriebene Norm für Lebensläufe.
Es haben sich jedoch zwei Formen in der Praxis durchgesetzt:
- Der tabellarische Lebenslauf [Muster: Tabellarischer Lebenslauf]
- Der handschriftlich-ausführliche Lebenslauf
Worauf kommt es aber an, damit Ihr Lebenslauf Beachtung findet?
Die wichtigen Informationen und Argumente, die für Sie sprechen, müssen
klar und übersichtlich geordnet sein. Der Lebenslauf darf im Gegensatz zum
Bewerbungsanschreiben ohne Bedenken länger als eine Seite sein. Dabei sind
Sie in der grafischen Gestaltung relativ frei. Ausformulierte oder mit der
Hand geschriebene Lebensläufe sind seltener geworden. Wenn nicht ausdrücklich
danach verlangt wird, raten wir davon ab.
Wir haben ein Schema entwickelt, das eine Orientierung für die Gestaltung
Ihres sog. Lebenslaufes sein kann. Verstehen Sie dieses Gerüst als Basis,
um eine eigene Darstellung Ihres Werdegangs zu entwickeln.
Dem sog. Lebenslauf, eigentlich mehr Ihrer dargestellten beruflichen
Entwicklung, will man entnehmen, ob Sie aufgrund Ihrer fachlichen Kompetenz
und Ihrer Persönlichkeit für die ausgeschriebene Position geeignet sind.
Bei den Personalchefs stehen zwei Aspekte im Vordergrund. Es sind die
Zeitfolge- und Positionsanalyse. Die Zeitfolgeanalyse wird erstellt, um
mögliche Lücken in Ihrer Biographie auf die Spur zukommen. Hinter "Lücken"
vermutet man eher negatives. Genauer unter die Lupe nimmt der Personalchef
auch die Anzahl der unterschiedlichen Arbeitsplätze in einem bestimmten
Zeitraum:
Findet ein Arbeitsplatzwechsel in zu kurzen Abständen statt (d.h. deutlich
unter fünf Jahren, wenn Sie 33 überschritten haben), deutet das auf
Schwierigkeiten oder mangelndes Durchhaltevermögen hin. Bei jüngeren Bewerbern
wird dies jedoch meist anders interpretiert: Wer jung ist, darf ausprobieren
(bis Sie 27 Jahre alt sind, sollten Sie erst nach zwei Jahren wechseln, bis
zu einem Alter von 35 Jahren erst nach mindesten 3 Jahren, danach (bis
Anfang 40) nach 4 Jahren, und sind Sie älter als Mitte 40, sollten Sie
mindestens 5 Jahre an einem Arbeitsplatz bleiben.
Umgekehrt gilt: Wer erst nach 10 oder 15 Jahren wechselt, dokumentiert
Ängstlichkeit und mangelnde Flexibilität. Dies kann auch als Indiz für
geringe Lern- und Anpassungsfähigkeit bzw. Anpassungswilligkeit gewertet werden.
Die Positionsanalyse beschäftigt sich mit dem Auf- und Abstieg, Berufs-
und Arbeitsgebietswechsel. Hier kommt es auf die Geradlinigkeit und
Folgerichtigkeit an: Haben Sie ziellos im Leben mal dies mal jenes gemacht,
oder sind Sie beruflich planvoll und konsequent vorgegangen? Kann man einen
"roten Faden" erkennen?
An dieser Stelle muss aber noch einmal verdeutlicht werden, dass es gar nicht
wirklich um Ihren Lebenslauf im traditionellen Sinne geht (Vater, Mutter,
Grundschule, Oberschule, Ausbildung etc.). Die Bewerbungsmappe ist eine Art
Verkaufsprospekt und hat die Aufgabe, neugierig auf Sie zu machen, Interesse
auszulösen, Ihre Kompetenz angemessen zu vermitteln, aber auch Ihre
Persönlichkeit und Leistungsmotivation. All dies soll zu einer Einladung
zum Vorstellungsgespräch führen.
Vieles, was Sie dazu in der Schule oder auch aus herkömmlichen
Bewerbungsratgebern gelernt haben, ist völlig veraltet und unbrauchbar.

